Die Nashörner
iSA Internationale Schauspielakademie
BAM! POP! RHINO!
Willkommen in unserer Welt: Ein schrilles Technicolor-Paradies voller individueller Macken, ein Sprechblasengewitter aus Neonfarben und lebendiger Exzentrik! Hier ist jeder ein Unikat, jede Meinung ein greller Farbtupfer. Doch unter der glitzernden Pop-Art-Oberfläche gärt etwas. Ein Rhythmus setzt ein, ein tiefes Grollen. Ein Nashorn prescht durch die Gassen, dann zwei. Es werden immer mehr. Bald versinkt die ganze Stadt im Ausnahmezustand. Die Sättigung beginnt zu schwinden.
Ionescos absurder Humor trifft im diesjährigen Theaterprojekt der iSA Schauspielakademie auf die harte Kante unserer Gegenwart. Die „Nashörnitis“ wird zum viralen Hype, der uns heute in den Echokammern fanatischer Ideologien und in populistischen Sprechchören begegnet. Doch warum fühlt es sich für viele so verdammt gut an, individuelle Freiheiten aufzugeben und Teil einer grauen, stampfenden Masse zu sein? Wer hält die Komplexität einer Welt voller Widersprüche noch aus, wenn radikale Fronten so verführerisch die Sicherheit moralischer Überlegenheit versprechen?
Wenn jede Farbnuance erlischt und nur noch das grobe Raster des „Wir gegen Die“ übrigbleibt, stellt sich die alles entscheidende Frage:
WER BLEIBT MENSCH – UND WER WIRD ZUM DICKHÄUTER?


